Walter Frosch – ein besonderer Mann mit einem ebenso besonderen Werdegang.
Fußballfans aus Hamburg und Kaiserslautern ist der Name Walter Frosch schon lange ein Begriff. Doch seit der Verbreitung eines Halbzeitinterviews bei youtube erfreut sich Walter Frosch wachsender Popularität.
Der gelernte Schornsteinfeger debütierte in der Bundesliga für den 1. FC Kaiserslautern am 23. November 1974 beim Auswärtsspiel in Berlin. In der darauf folgenden Saison war er sogar unangefochtener Stammspieler. In jener Saison gewann Kaiserslautern sogar noch den DFB Pokal.
Später wechselte er nach St.Pauli und anschließend in den Amateurbereich der Kiez Kicker.
Frosch war zweifelsohne ein super Verteidiger. Allerdings spielte er auch ohne Kompromisse. Absolut unvergessen bleibt seine Rekordsaison 1976/77 in der in 37 Spielen sage und schreibe 27 gelbe Karten sah. Aufgrund dieser „Leistung“ wurde wenig später vom Ligaverband die erste „Gelbsperre“ eingeführt.
Abseits des Fußballplatzes hatte Walter Frosch zwei Hauptinteressen: Zigaretten und Kneipen.
Bereits während seiner Karriere rauchte er bis zu 60 Kippen am Tag. Sein ehemaliger Coach Erich Ribbek hatte die Meinung, dass Frosch es bei einem gesünderen Lebensstil wesentlich weiter bringen würde. Beim resümieren seiner Karriere gibt Frosch zu: „Mein härtester Gegner war immer die Kneipe“. Somit kam es wie gegen Schalke 04 vor, dass der Abwehrspieler nach einer durchzechten Nacht beim Griechen, wo er nur „2-3 Ouzo“ trinken wollte, mit solidem Restalkohol auflief und nach 18 Minuten ausgewechselt wurde.
Trotz seiner ungesunden Lebensweise wurde Walter Frosch sogar für die B-Nationalmannschaft eingeladen. Er war davon wenig begeistert: „Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl.“
Nach zwei Jahren Lautern wechselte er nach St. Pauli, wo er noch heute zu Hause ist. Sein Geld verdient Frosch mittlerweile als Betreiber der Stadiongaststätte von Victoria Hamburg. Nach mitllerweile fünf Krebsoperationen hat Walter Frosch das Rauchen mehr oder weniger zwangsläufig aufgegeben. Ab und an trauert er seinen Zigaretten noch hinterher. „Ich würde lieber eine rauchen, als vögeln!“
Hier noch eines der wohl legendärsten Fußball-Interviews. Walter Frosch at his best! He is awesome!